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Meine Ausbildung zum FaMI

Was ist ein FaMI?

Ich bin Nadine, 24 Jahre alt und ich mache eine duale 3-jährige Ausbildung zum FaMI in einer wissenschaftlichen Bibliothek, genauer gesagt in einer Universitätsbibliothek. Ein FaMI ist ein Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste. Er kann in verschiedenen Bereichen arbeiten wie in Bibliotheken, Archiven oder im IuD-Bereich (Information und Dokumentation).

 

Was ist eine wissenschaftliche Bibliothek?

Universitätsbibliothek Quelle:

© Pexel 26.06.2019

In einer wissenschaftlichen Bibliothek ist der Bestand sehr spezifisch und richtet sich nach den Interessen des Nutzers. In unserer Unibibliothek leihen vor allem Studenten Medien aus. Dafür benötigt die Bibliothek entsprechende Fachliteratur.  Oft  haben Unibibliotheken einen sehr großen Bestand.

Häufig gibt es eine Zentralbibliothek mit diversen Bereichsbibliotheken zu den jeweiligen Fachbereichen wie z.B. Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaft usw.

 

Was macht eine Zentralbibliothek überhaupt?

Die Zentralbibliothek bildet das Herz einer Unibibliothek. In einer Zentralbibliothek gibt es viele spezielle Abteilungen wie:

Bücherregal Quelle:

© Pexel 26.06.2019

  • Lesesäle
  • Ausleihe
  • Technische Medienbearbeitung
  • Magazin
  • Fernleihe
  • Archivzentrum
  • Zeitschriften usw.

Die ZB hat viele wertvolle und alte Bestände, die nicht frei zugänglich sind. Der Großteil des Bestandes einer Unibibliothek befindet sich unterirdisch im Magazin. Will der Nutzer ein Buch aus dem Magazin haben, bestellt er es online im Bibliothekskatalog und holt es anschließend an der Ausleihe ab.

Bei sowohl grundsätzlichen Fragen wie Ausweiserstellung als auch bei spezifischen Fragen zu Sonderbeständen, wendet er sich an die Infotheke. Zudem legt die Zentralbibliothek Regelungen für den Bestandsaufbau und -erhalt, die Nutzer und die Mitarbeiter der gesamten Universitätsbibliothek fest. 

 

Wie läuft ein Arbeitstag in einer Bibliothek ab?

Das hängt von der Einrichtung ab. In der Zentralbibliothek werden die Azubis in verschiedene Frühschichten und Hauptschichten eingeteilt. In den Bereichsbibliotheken übernimmt jeder Mitarbeiter oft eine breite Palette an Aufgaben.

Bücherwagen Quelle:

© Pexel26.06.2019

Ein kurzer Ausblick aus der Bereichsbibliothek:   Zuerst mache ich morgens meinen Kontrollgang durch die Bibliothek und überprüfe, ob die Lesesäle ordentlich aussehen, z.B. keine Bücher auf den Tischen rumliegen. Dann habe ich noch ein paar Bücherbestellungen zu tätigen. Diese trage ich in unsere Datenbank ein und bearbeite sie.

An der Infotheke helfe ich Nutzern mit Fragen zur Recherche. Ich reserviere Gruppenräume und vergebe Gaderobenschlüssel. Nebenbei ist noch etwas Zeit, um Bücher in die Regale zu räumen.

Ein typisches Beispiel für eine bibliothekarische Tätigkeit:  

Bsp: NK 1800 Deutsche Geschichte Quelle: © FB Wiki Admin 25.06.2019

Ich vergebe RVK-Signaturen. Hier erschließe ich die Bücher thematisch bzw. inhaltlich, das heißt ich unterteile sie nach Themen. Das hört sich zwar zunächst leicht an, kann aber bei entsprechend speziellen Unterthemen echt kniffelig werden.

 

 

Warum diese Ausbildung?

Der FaMI ist ein vielseitiger Ausbildungsberuf. Der eine oder andere mag erstaunt darüber sein, doch Arbeiten in der Bibliothek ist mehr als nur Bücher sortieren.

FaMIs erschließen, erfassen, und katalogisieren Medien, beraten Nutzer, sind an der Ausleihe tätig, pflegen den Bestand bzw. Datenbanken, machen Bibliotheksführungen, organisieren Veranstaltungen wie Lesungen oder Erstsemester-Tutorials für Datenbankrecherche.

Jeder, der sich für Bücher oder Medien im Allgemeinen interessiert, ist in der Bibliotheksausbildung gut aufgehoben, denn hier lernt man Literatur nicht nur aus Bibliothekssicht, sondern auch aus Verlagssicht und Buchhändlersicht kennen. Ich hoffe, ich konnte beim einen oder anderen Leser Interesse für den FaMI-Beruf bzw. für Bibliotheken wecken und freue mich über Austausch.  

 

Quellen:

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FaMI Fachrichtung Bibliothek

„Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek wirken beim Aufbau und der Pflege von Bibliotheksbeständen mit. Im Benutzerservice beraten sie Kunden und besorgen Medien oder Informationen für sie.“ (BERUFENET 2019)

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek beschaffen Bücher, Zeitschriften und andere Medien. Sie erfassen das Besorgte und ordnen es an. Außerdem sind sie für die Beratung der Bibliotheksbenutzer, das erstellen von Nutzerausweisen, verschiedene Verwaltungsaufgaben, die Vorbereitung und Durchführung von Austellungen usw. zuständig.
Sie finden Arbeit:

  • in der öffentlichen Verwaltung
  • in Stadt- und Behördenbibliotheken
  • in Hochschulbibliotheken
  • in Museen
  • in Werks- und Betriebsbibliotheken größerer Firmen
  • in Kirchenbibliotheken
  • in Verlagen

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

  • mindestens Mittleren Bildungsabschluss
  • Gute Allgemeinbildung
  • Guter Notendurchschnitt im aktuellen Schulzeugnis
  • gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
  • Interesse an Medien (wie z.B. Büchern und Zeitschriften)
  • IT-Grundkenntnisse (Internet, Office-Anwendung)
  • Organisatorische Fähigkeiten (z.B. bei der Vorbereitung von Ausstellungen)
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein

 

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Mein Arbeitsalltag in einer Stadtbibliothek

Ich heiße Jasmin, bin 28 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI) im Bereich Bibliothek in einer Stadtbibliothek. Wenn Leute an Bibliotheken denken, dann schwirrt den meisten wohl dunkle Räume und strenge Bibliothekarinnen mit Brillen und Dutt im Kopf herum, die grummelig drein schauen und Leute bitten ruhig zu sein.

Mein Arbeitsalltag in der Stadtbibliothek
Quelle: Wenn man an Bibliotheken denkt, denkt man oft an Frauen mit Brille und Dutt© Pixabay

Vergesst das Bild gleich wieder, denn das hat gar nichts mit meinem Beruf zu tun oder zumindest nicht in der Stadtbibliothek. Denn eine Stadtbibliothek ist eher ein Abenteuerspielplatz für Große und Kleine.

Meine Ausbildung ist sehr abwechslungsreich und selten ruhig. Viele unserer Nutzer sind Familien mit kleinen Kindern, daher ist immer viel los. FaMIs in Stadtbibliotheken sind mehr als nur Bibliothekspersonal, die freundlich hinter Theke den Nutzern Rede und Antwort stehen.

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Kind malt Quelle: © Pexel-Photo

Wir sind die Mainzelmännchen, die die Medien heimlich zurück in die Regale räumen, wir sind Eventplaner und Dozenten, wenn wir Informations-Veranstaltungen für Kinder und Erwachsenen anbieten. Wir katalogisieren die Medien, damit die Nutzer, also auch du, die Sachen leicht in den Regalen finden können.

Ich habe natürlich auch Tätigkeiten, die ich immer wieder mache, zum Beispiel Medien zurückbuchen und in die Regale einräumen. Im Laufe meiner Ausbildung lerne ich wie man Medien erwirbt, erschließt und einarbeitet. Ich werde quasi zu einer Expertin rund um Medien und helfe den Nutzern sich in der Bibliothek zurecht zu finden oder die passende Literatur für jeden Geschmack bereitzustellen. Wenn man uns mal nicht in der Bibliothek herumlaufen und helfen sieht, dann sind FaMIs meistens im Büro und katalogisieren und binden Bücher ein. Auch optisch soll die Bibliothek etwas hermachen, daher denken wir uns immer wieder neue Präsentationsmöglichkeiten aus, um Medien interessant in Szene zu setzen.

Ich helfe auch bei Öffentlichkeitsarbeiten, so zum Beispiel bei Führungen, bei Projekten für Kinder, bei der Durchführung von Maßnahmen zur Leseförderung sowie bei der  Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz mit.  In kleineren (Zweig-) Bibliotheken übernehmen FaMIs auch Leitungs- und Führungsaufgaben. Die Vielfalt der Aufgaben und der Verantwortungsbereich sind in der Regel umso größer, je kleiner die Bibliothek oder Informationseinrichtung ist. Hier kommt es häufig zu einer Überschneidung der Tätigkeitsfelder von FaMIs und Bibliothekaren. Dagegen steigt der Spezialisierungsgrad in sehr großen Einrichtungen. Hier fällt den FaMIs mehr eine unterstützende Funktion zu. Das heißt in meiner Einrichtung übernehme ich schon einmal Aufgaben, die in anderen Einrichtungen eher an BibliothekarInnen fallen.